Oktober 16, 2014
Immer das gleiche Strickmuster

Meine liebe Bekannte Nina Scholz hat diesen wirklich großartigen Artikel über Lifestyleblogs, Küchenfeen, rückwärtsgewandte Rollenbilder und Feminismus geschrieben, den ich euch sehr ans Herz legen möchte.

Als meine Leser wird euch bestimmt schon aufgefallen sein: Hier ist nichts perfekt. Ich bin keine Küchenfee, wie ich auch schon der Zeit erzählt habe, was teilweise einfach an mangelnden Skills liegt, andererseits wüsste ich nicht, ob ich das wirklich sein will. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber oftmals fehlt mir in solchen Lifestyle-Blogs das echte Leben, denn im echten Leben – zumindest ist das bei mir so – ist nicht alles perfekt, sauber, glänzend, es geht nicht immer alles gut und es fühlt sich nicht immer alles federleicht und fantastisch an. Ich wüsste auch nicht, wie. Und doch wird das in zahllosen Blogs dauernd, wieder und wieder, in Endlosschleife, propagiert. Selbstoptimierungswahnsinn ahoi.

Wieso, warum, in welcher Form und was das für Ursprünge hat und was für Folgen, das könnt ihr in Ninas Artikel lesen, und wie gesagt, ich lege ihn euch sehr ans Herz. Denn wie heißt es so schön? Heut’ mach’ ich mir kein Abendbrot, heut’ mach’ ich mir Gedanken (ihr könnt ja trotzdem eine Käsestulle dazu essen).

(Nina hat übrigens auch gerade frisch ein Buch veröffentlicht, zwar über ein völlig anderes, doch nicht minder interessantes Thema. Glückwunsch nochmals dazu!)

Oktober 13, 2014
Feigen-Ziegenkäse-Tarte oder: Geburtstagstorte war gestern
Wenige Menschen in meinem Umfeld sind so passionierte Geburtstagsfeierer wie ich. Ich LIEBE es, Geburtstag zu haben, ich LIEBE es, dass das Telefon den ganzen Tag klingelt, und ich LIEBE natürlich die Geschenke und die Aufmerksamkeit und dass alle, alle an diesem Tag nett sind! Ja, ich bin Geburtstagsfan!
Aber die letzten beiden Jahre habe ich gar nicht sonderlich groß gefeiert. Im Gegenteil, stattdessen habe ich mir vor allem entspannte Tage gemacht mit viel Essen und kleinen Kreisen. Letztes Jahr war ich sowieso gerade erst in London angekommen und kannte sowieso fast niemanden (was sich schnell geändert hat, aber das ist eine völlig andere Geschichte). Dabei dachte ich immer, dass mein 25ter Geburtstags ein rauschendes Fest wird, dass die Mutter aller rauschenden Feste wird. Aber nun gut, life happens while you’re busy making other plans. Dieses Jahr dagegen hatte ich gar keine Lust groß zu feiern. Ich war noch so verwirrt vom Umzug, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, eine große Party auf die Beine zu stellen. Stattdessen habe ich meinen langweiligsten Geburtstag ever gefeiert, und mich zum Reinfeiern bei meiner lieben Freundin A. eingeladen, und einfach mit meinen Lieblingsmädchen entspannt herumgesessen und um Mitternacht eine Tarte gegessen, die ich auch noch zu allem Überfluss selbst buk. Auf einen Geburtstagskuchen hatte ich keine Lust, sondern wollte unbedingt diese Kreation ausprobieren, die mir – ungelogen! – im Traum gekommen ist. Wahrscheinlich weil ich wirklich nicht mehr wusste, was ich mit den 20 Feigen machen sollte, die ich am Tag vorher in einem Moment Schnäppchenwahnsinns auf dem Markt gekauft hatte. Wer braucht auch eine Sahnebombe, wenn man eine Tarte haben kann? Eben!
Jedenfalls, entspannter als den Abend kann man einen Geburtstag kaum feiern, aber es ging ja am nächsten Tage auch weiter (größtenteils mit Essen. Und Naturkundemuseum. Und Streichelzoo…). Die Tarte ist idiotensicher einfach und hat Begeisterungsstürme bei den Mädchen hervorgerufen. Wirklich, idiotensicher, ihr braucht genau vier Zutaten, fünf, wenn ihr fancy seid, sechs bis sieben, wenn ihr zu den Banausen gehört, die nicht immer Olivenöl und Rosmarin im Haus haben.
Ihr bracht eine Rolle Blätterteig, eine Packung Ziegenfrischkäse (den hier habe ich genommen, der ist ganz lecker und es gibt ihn in jedem halbwegs guten Supermarkt), eine Packung Crème fraîche (etwa 200g), vier, fünf, sechs Feigen (kommt auf ihre Größe an, aber hey, Feigen kann man eh nie zu viel haben), Olivenöl, Rosmarin, wenn ihr Lust habt noch eine Frühlingszwiebel, und wenn ihr im Gegensatz zu mir Honig vertragt, noch ein bisschen guten Honig.
Jetzt wird vorgeheizt!
Und zwar auf 200 Grad, Umluft. Ziegenkäse und Crème fraîche gut miteinander verrühren, bei Bedarf etwas mit Salz und Pfeffer abschmecken. Blätterteig rolle auf Backpapier auf dem Backblech (duh) ausrollen, Käsemischung darauf verteilen, gleichmässig. Feigen in Scheiben schneiden, bei Bedarf auch kleiner zupfen mit den Fingern, und überall auf der Käsecrème verteilen. Frühlingszwiebel in Röllchen schneiden und nochmal kleiner hacken, mit Rosmarin überall verteilen (also nicht in der Küche, sondern auf der Tarte), jetzt noch einen Schuss gutes Olivenöl drüber tröpfeln, falls ihr Honig benutzt, auch den. In den Backofen und etwa 20 Minuten bei 180 Grad backen, oder bis der Teig sich aufgepufft hat. Die letzten fünf Minuten könnt ihr auch nochmal den Grill anschmeissen, damit die Feigen karamellisieren. 
Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und Komplimente einfahren! Muss ja keiner wissen, dass sie einfacher zu zaubern ist als eine Fertigpizza…
PS: Es gibt keine Nachher-Fotos, weil wir uns auf die Tarte gestürzt haben wie hungrige Geier. Um Mitternacht erst zu essen ist echt nicht so leicht!

Feigen-Ziegenkäse-Tarte oder: Geburtstagstorte war gestern

Wenige Menschen in meinem Umfeld sind so passionierte Geburtstagsfeierer wie ich. Ich LIEBE es, Geburtstag zu haben, ich LIEBE es, dass das Telefon den ganzen Tag klingelt, und ich LIEBE natürlich die Geschenke und die Aufmerksamkeit und dass alle, alle an diesem Tag nett sind! Ja, ich bin Geburtstagsfan!

Aber die letzten beiden Jahre habe ich gar nicht sonderlich groß gefeiert. Im Gegenteil, stattdessen habe ich mir vor allem entspannte Tage gemacht mit viel Essen und kleinen Kreisen. Letztes Jahr war ich sowieso gerade erst in London angekommen und kannte sowieso fast niemanden (was sich schnell geändert hat, aber das ist eine völlig andere Geschichte). Dabei dachte ich immer, dass mein 25ter Geburtstags ein rauschendes Fest wird, dass die Mutter aller rauschenden Feste wird. Aber nun gut, life happens while you’re busy making other plans. Dieses Jahr dagegen hatte ich gar keine Lust groß zu feiern. Ich war noch so verwirrt vom Umzug, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, eine große Party auf die Beine zu stellen. Stattdessen habe ich meinen langweiligsten Geburtstag ever gefeiert, und mich zum Reinfeiern bei meiner lieben Freundin A. eingeladen, und einfach mit meinen Lieblingsmädchen entspannt herumgesessen und um Mitternacht eine Tarte gegessen, die ich auch noch zu allem Überfluss selbst buk. Auf einen Geburtstagskuchen hatte ich keine Lust, sondern wollte unbedingt diese Kreation ausprobieren, die mir – ungelogen! – im Traum gekommen ist. Wahrscheinlich weil ich wirklich nicht mehr wusste, was ich mit den 20 Feigen machen sollte, die ich am Tag vorher in einem Moment Schnäppchenwahnsinns auf dem Markt gekauft hatte. Wer braucht auch eine Sahnebombe, wenn man eine Tarte haben kann? Eben!

Jedenfalls, entspannter als den Abend kann man einen Geburtstag kaum feiern, aber es ging ja am nächsten Tage auch weiter (größtenteils mit Essen. Und Naturkundemuseum. Und Streichelzoo…). Die Tarte ist idiotensicher einfach und hat Begeisterungsstürme bei den Mädchen hervorgerufen. Wirklich, idiotensicher, ihr braucht genau vier Zutaten, fünf, wenn ihr fancy seid, sechs bis sieben, wenn ihr zu den Banausen gehört, die nicht immer Olivenöl und Rosmarin im Haus haben.

Ihr bracht eine Rolle Blätterteig, eine Packung Ziegenfrischkäse (den hier habe ich genommen, der ist ganz lecker und es gibt ihn in jedem halbwegs guten Supermarkt), eine Packung Crème fraîche (etwa 200g), vier, fünf, sechs Feigen (kommt auf ihre Größe an, aber hey, Feigen kann man eh nie zu viel haben), Olivenöl, Rosmarin, wenn ihr Lust habt noch eine Frühlingszwiebel, und wenn ihr im Gegensatz zu mir Honig vertragt, noch ein bisschen guten Honig.

Jetzt wird vorgeheizt!

Und zwar auf 200 Grad, Umluft. Ziegenkäse und Crème fraîche gut miteinander verrühren, bei Bedarf etwas mit Salz und Pfeffer abschmecken. Blätterteig rolle auf Backpapier auf dem Backblech (duh) ausrollen, Käsemischung darauf verteilen, gleichmässig. Feigen in Scheiben schneiden, bei Bedarf auch kleiner zupfen mit den Fingern, und überall auf der Käsecrème verteilen. Frühlingszwiebel in Röllchen schneiden und nochmal kleiner hacken, mit Rosmarin überall verteilen (also nicht in der Küche, sondern auf der Tarte), jetzt noch einen Schuss gutes Olivenöl drüber tröpfeln, falls ihr Honig benutzt, auch den. In den Backofen und etwa 20 Minuten bei 180 Grad backen, oder bis der Teig sich aufgepufft hat. Die letzten fünf Minuten könnt ihr auch nochmal den Grill anschmeissen, damit die Feigen karamellisieren. 

Aus dem Ofen nehmen, kurz abkühlen lassen und Komplimente einfahren! Muss ja keiner wissen, dass sie einfacher zu zaubern ist als eine Fertigpizza…

PS: Es gibt keine Nachher-Fotos, weil wir uns auf die Tarte gestürzt haben wie hungrige Geier. Um Mitternacht erst zu essen ist echt nicht so leicht!

Oktober 7, 2014
Lubia-Polo, oder: Ist man erwachsen, wenn man seine Kindheit selbst nachkochen muss?
Puh, jetzt bin ich schon seit ein paar Wochen zurück in Deutschland und es ist wirklich komisch, muss ich zugeben. Meine Wohnung steht voller Kisten, ich komme gar nicht hinterher, sie alle auszupacken, habe eine Woche bei meinen Eltern verbracht und wache immer noch morgens auf und bin verwirrt, in welcher Stadt ich bin. Verrückt!
Aber langsam normalisiert sich alles und ich verspreche auch hoch und heilig, wieder eine gute Bloggerin zu werden! Gleich zu Anfang ein Rezept, dass mir sehr am Herzen liegt: Lubia Polo, zu deutsch Reis mit langen Gartenböhnchen, aka Prinzessbohnen und Hackfleisch (aber hier war das Essen vegan, dazu später mehr). Es war mein ab-so-lu-tes Lieblingsgericht als Kind. Und Teenager. Und eigentlich heute immer noch. Ja, als ich gerade bei meinen Eltern war, hat es meine Mami auch für mich gemacht. Und ich habe so viel gegessen, dass ich Bauchweh bekam.
Aber aus irgendeinem Grund habe ich es nie selber gekocht. Warum? Weiß ich auch nicht so genau. Aber an einem der letzten Tage in London für ein Abschiedsdinner von zwei Freundinnen aber hat sich das geändert: Ich wagte mich an Lubia Polo! Und weil mein Freund auch dabei war, wurde umdisponiert und statt feines Rinderhackfleisch gab es vegetarischen Hackfleischersatz aus dem Tiefkühlfach, wie zum Beispiel das hier (ist aber nicht vegan!), das oder das. An der Kochweise ändert sich aber ganz und gar nichts, übrigens. 
Persisch für Anfänger
Der erste Schritt: Knoblauch kleinhacken oder pressen, eine mittelgroße Zwiebel ebenfalls fein würfeln, alles in Olivenöl oder Rapsöl glasig schwitzen, dann die Bohnen (entweder frisch, tiefgefroren oder abgetropft aus der Dose, wie es euch halt eben passt) dazu, braten. Anschließend das Hackfleisch, ob veggie oder Rind, in die Pfanne geben. Wieviel von beidem? Ich würde für je Bohnen und Hackfleisch 300 bis 500 Gramm berechnen, davon abhängig, wie viele Leute mitessen. Anschwitzen und reichlich Tomatenmark in die Pfanne geben, gut vermischen, Hitze herunterschalten und alles etwas einkochen lassen.
Gleichzeitig zwei Tassen Basmati (etwa 200 bis 300 Gramm Trockengewicht!) nach eurer Lieblingskochmethode al dente kochen – also knapp vor gar. Mein Reis war immer noch aus dem Riesenpaket von Reishunger, und zwar der hier. Abschütten, und mit der Bohnen-Hack-Mischung im Topf vermischen, und bei geringer Hitze dämpfen. Und fertig!
Das serviert ihr auf einer großen Platte, von der sich jeder der Mitesser selber nimmt. Dazu gibt’s Pickles und ganz unbedingt Naturjoghurt (oder Soja-Joghurt, wenn ihr es vegan halten wollt). Nooshe Jan!

Lubia-Polo, oder: Ist man erwachsen, wenn man seine Kindheit selbst nachkochen muss?

Puh, jetzt bin ich schon seit ein paar Wochen zurück in Deutschland und es ist wirklich komisch, muss ich zugeben. Meine Wohnung steht voller Kisten, ich komme gar nicht hinterher, sie alle auszupacken, habe eine Woche bei meinen Eltern verbracht und wache immer noch morgens auf und bin verwirrt, in welcher Stadt ich bin. Verrückt!

Aber langsam normalisiert sich alles und ich verspreche auch hoch und heilig, wieder eine gute Bloggerin zu werden! Gleich zu Anfang ein Rezept, dass mir sehr am Herzen liegt: Lubia Polo, zu deutsch Reis mit langen Gartenböhnchen, aka Prinzessbohnen und Hackfleisch (aber hier war das Essen vegan, dazu später mehr). Es war mein ab-so-lu-tes Lieblingsgericht als Kind. Und Teenager. Und eigentlich heute immer noch. Ja, als ich gerade bei meinen Eltern war, hat es meine Mami auch für mich gemacht. Und ich habe so viel gegessen, dass ich Bauchweh bekam.

Aber aus irgendeinem Grund habe ich es nie selber gekocht. Warum? Weiß ich auch nicht so genau. Aber an einem der letzten Tage in London für ein Abschiedsdinner von zwei Freundinnen aber hat sich das geändert: Ich wagte mich an Lubia Polo! Und weil mein Freund auch dabei war, wurde umdisponiert und statt feines Rinderhackfleisch gab es vegetarischen Hackfleischersatz aus dem Tiefkühlfach, wie zum Beispiel das hier (ist aber nicht vegan!), das oder das. An der Kochweise ändert sich aber ganz und gar nichts, übrigens. 

Persisch für Anfänger

Der erste Schritt: Knoblauch kleinhacken oder pressen, eine mittelgroße Zwiebel ebenfalls fein würfeln, alles in Olivenöl oder Rapsöl glasig schwitzen, dann die Bohnen (entweder frisch, tiefgefroren oder abgetropft aus der Dose, wie es euch halt eben passt) dazu, braten. Anschließend das Hackfleisch, ob veggie oder Rind, in die Pfanne geben. Wieviel von beidem? Ich würde für je Bohnen und Hackfleisch 300 bis 500 Gramm berechnen, davon abhängig, wie viele Leute mitessen. Anschwitzen und reichlich Tomatenmark in die Pfanne geben, gut vermischen, Hitze herunterschalten und alles etwas einkochen lassen.

Gleichzeitig zwei Tassen Basmati (etwa 200 bis 300 Gramm Trockengewicht!) nach eurer Lieblingskochmethode al dente kochen – also knapp vor gar. Mein Reis war immer noch aus dem Riesenpaket von Reishunger, und zwar der hier. Abschütten, und mit der Bohnen-Hack-Mischung im Topf vermischen, und bei geringer Hitze dämpfen. Und fertig!

Das serviert ihr auf einer großen Platte, von der sich jeder der Mitesser selber nimmt. Dazu gibt’s Pickles und ganz unbedingt Naturjoghurt (oder Soja-Joghurt, wenn ihr es vegan halten wollt). Nooshe Jan!

10:48am  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1SaG0ZS
  
Abgelegt unter: vegan rind iran Reis 
August 17, 2014
Summer on a cob: Maiskolben mit zweierlei Käse
Ich habe die besten Freunde der Welt. Wirklich. Mit Abstand. Gerade, so unglaublich kurz vor Abschluss, komme ich gar nicht dazu richtig zu essen. Irgendwie ein altes Stück Brot, irgendein ekliges Sandwich aus dem Supermarkt, so etwas muss reichen. Aber meine Mitbewohnerinnen und unsere Freundin S. kümmern sich so fantastisch um mich und bekochen mich, damit ich nicht noch in dieser Zeit Skorbut bekomme! Toll, oder? 
Gestern Abend zum Beispiel gab es diese Schönheiten:
Frischen Mais putzen, also äussere Blätter entfernen, von Fäden befreien. Hier wird gezeigt, wie das geht. Allerdings hat unser Mais nicht nur 10 Minuten gedauert, bis er fertig gekocht war, sondern eher so 30. Dann kam er in eine Pfanne mit zerlassener Butter und wurde rundherum angebraten. Dazu salzen, pfeffern, etwas Zucker ran und karamellisieren lassen. Zuletzt das Feuer runterschalten und rundherum mit geriebenem Parmesan bestreuen, gut schmelzenden geriebenen Käse drauf (hier: junger Cheddar) und entweder kurz Deckel drauf oder, im Idealfall, kurz backen, bis der Käse zerlaufen ist. Am besten wäre es, man hat eine gusseiserne Pfanne, die man einfach komplett in den Ofen schieben kann. Wir haben das nicht gemacht, aber unser Käse ist auch so zerflossen. Mit Zitronen- oder Limettenhälften und, nach Geschmack, Chiliflocken servieren. Mehr Sommer geht nicht!

Summer on a cob: Maiskolben mit zweierlei Käse

Ich habe die besten Freunde der Welt. Wirklich. Mit Abstand. Gerade, so unglaublich kurz vor Abschluss, komme ich gar nicht dazu richtig zu essen. Irgendwie ein altes Stück Brot, irgendein ekliges Sandwich aus dem Supermarkt, so etwas muss reichen. Aber meine Mitbewohnerinnen und unsere Freundin S. kümmern sich so fantastisch um mich und bekochen mich, damit ich nicht noch in dieser Zeit Skorbut bekomme! Toll, oder? 

Gestern Abend zum Beispiel gab es diese Schönheiten:

Frischen Mais putzen, also äussere Blätter entfernen, von Fäden befreien. Hier wird gezeigt, wie das geht. Allerdings hat unser Mais nicht nur 10 Minuten gedauert, bis er fertig gekocht war, sondern eher so 30. Dann kam er in eine Pfanne mit zerlassener Butter und wurde rundherum angebraten. Dazu salzen, pfeffern, etwas Zucker ran und karamellisieren lassen. Zuletzt das Feuer runterschalten und rundherum mit geriebenem Parmesan bestreuen, gut schmelzenden geriebenen Käse drauf (hier: junger Cheddar) und entweder kurz Deckel drauf oder, im Idealfall, kurz backen, bis der Käse zerlaufen ist. Am besten wäre es, man hat eine gusseiserne Pfanne, die man einfach komplett in den Ofen schieben kann. Wir haben das nicht gemacht, aber unser Käse ist auch so zerflossen. Mit Zitronen- oder Limettenhälften und, nach Geschmack, Chiliflocken servieren. Mehr Sommer geht nicht!

5:56pm  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1OVALiV
  
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Juli 30, 2014
Steak + Sommerspargel
Heute gibt es leider nur ein Photo von diesem fantastischen Gericht, mit dem ihr auf jeden Fall alle zu beeindruckenden Fleischesser beeindrucken könnt. Ich wollte mich mit einer Freundin zum Dinner treffen, hatte aber auch ein paar besonders dünne Spargelstängel kurz vor dem Austrocknen noch in der Küche. Kurzerhand Dinner auswärts nach Hause verlegt und mit ein paar Extra-Ingrendienzen ein Angeber-Dinner gekocht. Achtung, fertig, los:
Holzige Enden vom grünen Spargel abschneiden und auf den Kompost befördern. Spargel abbrausen, trocken tupfen, mit gutem Olivenöl, Salz und etwas Pfeffer und einem ganz klein wenig Zucker (bei weißem Spargel ist das wichtiger. Macht sich immer gut: Demerara, aber ist eigentlich egal) einreiben. In einen vorgeheizten Backofen befördern und bei ca. 150°C backen. 
In der Zwischenzeit ist der Käse dran: Feta (hier: von der Ziege) krümeln, mit reichlich gehackter Minze, Petersilie und Walnüssen vermischen, beiseite stellen. 
Steak: Hier ein schönes Stück Skirtsteak (ich glaube, das wird auf Deutsch seltsamerweise Kronfleisch genannt. Günstiger als Rumpsteak, aber so so so lecker) mit etwas Salz würzen, kurz schnell scharf anbraten, um die leckere Kruste zu bekommen und dann schnell in Alufolie einpacken und zum Spargel geben. Etwa 15 Minuten backen.
Wenn der Spargel fertig und lecker aussieht, aus dem Backofen nehmen, auf die Teller befördern und mit der Feta-Mischung anrichten, großzügig mit richtig gutem Olivenöl benetzen. Steak auch rausnehmen, in Scheiben schneiden, daneben platzieren, ein bisschen Pfeffer, ein bisschen Meersalz, auch mit dem Olivenöl nicht geizen, mit einem leckeren, krustigen Brot servieren, ein gutes Baguette zum Beispiel oder Olivenciabatta.
Komplimente einsammeln.

Steak + Sommerspargel

Heute gibt es leider nur ein Photo von diesem fantastischen Gericht, mit dem ihr auf jeden Fall alle zu beeindruckenden Fleischesser beeindrucken könnt. Ich wollte mich mit einer Freundin zum Dinner treffen, hatte aber auch ein paar besonders dünne Spargelstängel kurz vor dem Austrocknen noch in der Küche. Kurzerhand Dinner auswärts nach Hause verlegt und mit ein paar Extra-Ingrendienzen ein Angeber-Dinner gekocht. Achtung, fertig, los:

Holzige Enden vom grünen Spargel abschneiden und auf den Kompost befördern. Spargel abbrausen, trocken tupfen, mit gutem Olivenöl, Salz und etwas Pfeffer und einem ganz klein wenig Zucker (bei weißem Spargel ist das wichtiger. Macht sich immer gut: Demerara, aber ist eigentlich egal) einreiben. In einen vorgeheizten Backofen befördern und bei ca. 150°C backen. 

In der Zwischenzeit ist der Käse dran: Feta (hier: von der Ziege) krümeln, mit reichlich gehackter Minze, Petersilie und Walnüssen vermischen, beiseite stellen. 

Steak: Hier ein schönes Stück Skirtsteak (ich glaube, das wird auf Deutsch seltsamerweise Kronfleisch genannt. Günstiger als Rumpsteak, aber so so so lecker) mit etwas Salz würzen, kurz schnell scharf anbraten, um die leckere Kruste zu bekommen und dann schnell in Alufolie einpacken und zum Spargel geben. Etwa 15 Minuten backen.

Wenn der Spargel fertig und lecker aussieht, aus dem Backofen nehmen, auf die Teller befördern und mit der Feta-Mischung anrichten, großzügig mit richtig gutem Olivenöl benetzen. Steak auch rausnehmen, in Scheiben schneiden, daneben platzieren, ein bisschen Pfeffer, ein bisschen Meersalz, auch mit dem Olivenöl nicht geizen, mit einem leckeren, krustigen Brot servieren, ein gutes Baguette zum Beispiel oder Olivenciabatta.

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Juli 10, 2014
Kimchi Fried Rice: Sieht nicht geil aus, ist es aber
Als ich Interviewanfragen für meine Masterarbeit verschickte, beendete eine potentielle Interviewpartnerin ihre Antwort mit dem wunderschönen Satz »may your days be filled with kimchi!« Ich war sofort ein bisschen verliebt und habe mich verstanden gefühlt. Kimchi, Sauerkraut der Koreaner, angeblich gesündestes Lebensmittel der Welt, hach, ich liebe dich! Meine beste Freundin ist koreanischstämmig und ich glaube, sie hat mich in die wundervolle Welt des Kimchi eingeführt – schon allein dafür bin ich ihr mindestens mein Leben lang dankbar.
Kimchi macht sich auch richtig, richtig gut in gebratenem Reis – was übrigens das allererste Gericht war, dass ich jemals selbst »gekocht« habe. Als Kind fand ich asiatische Küche ganz, ganz toll und wollte so gerne »schinesisch« kochen können. Gebratenen Reis habe ich hinbekommen. Zum Beispiel im Sommerurlaub im Iran bei Oma, ich habe es noch ganz genau vor meinem geistigen Auge. Natürlich schmeckte es nicht so wie im Restaurant, aber irgendwie trotzdem gut.
Seither habe ich aber äusserst selten als erwachsener Mensch fried rice gegessen. Warum eigentlich? Ich weiß es gar nicht so genau, vielleicht ist es einfach die Abneigung gegen billige Chinapfanne und Wok2Go’s oder wie der ganze Schund auch heisst. Egal, I’m back in the game, ich habe nämlich den Trick rausgefunden, wie man fried rice von lecker zu oberhammer katapultiert. Auch gut ohne Kimchi – aber noch viel besser mit!
Übrigens: Hier benutze ich auch Fertigreis, muss ich leider zugeben. Ansonsten geht das am besten mit übriggebliebenem Reis vom Vortag. Natürlich könnt ihr auch extra für das Gericht eine Portion Reis kochen, aber warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht?
Schnippeln
Messer wetzen und auf in den Kampf, wir schneiden jetzt Gemüse klein. Reinschmeissen könnt ihr eigentlich alles, worauf ihr Lust habt. Hell, meinetwegen könnt ihr auch eine tiefgefrorene Chinagemüsemischung nehmen, who am I to judge? Meine Favoriten: Zwiebel und/oder Frühlingszwiebel, Knoblauch, Weißkohl, Erbsen. Wenn es richtig nahrhaft werden soll: Pro Esser ein Ei nehmen und in einer Tasse verschlagen. Alles schön mis en place neben den Herd und los geht’s.
Braten
Ich habe neben dem Herd ein neutrales Bratöl stehen, dazu kommt dann für fried rice noch ein Schuss Sesam- und/oder Erdnussöl mit in die Pfanne. Erst Zwiebeln und Knoblauch anbraten, dann Weißkohl und Kimchi dazu, etwas anbraten lassen. Falls ihr das mit dem Ei macht, kommt das auch jetzt dazu, ganz leicht stocken lassen und dann den Reis aus der Packung dazuschütten. Der braucht ein halbes Glas Wasser dazu, dann eine Handvoll gefrorene Erbsen. Für eine Sekunde kommt der Deckel drauf, Wasser aufsaugen lassen. Dann wird wieder gerührt und dazu gewürzt: Mit lockerer Hand einen oder zwei gute Schlucke Sojasauce in die Pfanne geben, aber bloss nicht überwürzen – sonst ist der Reis salzig wie nix Gutes.
Jetzt kommt der Geheimtrick: Austersauce! Austernsauce katapultiert das Gericht in ganz andere Sphären, schon allein dafür lohnt sich die Anschaffung einer Flasche. Ich weiß, das Zeug stinkt, aber es lohnt sich wirklich. Davon etwas weniger als von der Sojasauce in die Pfanne, rühren und alles gut vermischen, fertig. Ich könnte mich davon dauernd ernähren, und ehrlich gesagt mache ich das auch… Mein Gast Sabine jedenfalls war begeistert – und somewhat gesund ist das ganze auch. Also, an die Pfanne, fertig, los!

Kimchi Fried Rice: Sieht nicht geil aus, ist es aber

Als ich Interviewanfragen für meine Masterarbeit verschickte, beendete eine potentielle Interviewpartnerin ihre Antwort mit dem wunderschönen Satz »may your days be filled with kimchi!« Ich war sofort ein bisschen verliebt und habe mich verstanden gefühlt. Kimchi, Sauerkraut der Koreaner, angeblich gesündestes Lebensmittel der Welt, hach, ich liebe dich! Meine beste Freundin ist koreanischstämmig und ich glaube, sie hat mich in die wundervolle Welt des Kimchi eingeführt – schon allein dafür bin ich ihr mindestens mein Leben lang dankbar.

Kimchi macht sich auch richtig, richtig gut in gebratenem Reis – was übrigens das allererste Gericht war, dass ich jemals selbst »gekocht« habe. Als Kind fand ich asiatische Küche ganz, ganz toll und wollte so gerne »schinesisch« kochen können. Gebratenen Reis habe ich hinbekommen. Zum Beispiel im Sommerurlaub im Iran bei Oma, ich habe es noch ganz genau vor meinem geistigen Auge. Natürlich schmeckte es nicht so wie im Restaurant, aber irgendwie trotzdem gut.

Seither habe ich aber äusserst selten als erwachsener Mensch fried rice gegessen. Warum eigentlich? Ich weiß es gar nicht so genau, vielleicht ist es einfach die Abneigung gegen billige Chinapfanne und Wok2Go’s oder wie der ganze Schund auch heisst. Egal, I’m back in the game, ich habe nämlich den Trick rausgefunden, wie man fried rice von lecker zu oberhammer katapultiert. Auch gut ohne Kimchi – aber noch viel besser mit!

Übrigens: Hier benutze ich auch Fertigreis, muss ich leider zugeben. Ansonsten geht das am besten mit übriggebliebenem Reis vom Vortag. Natürlich könnt ihr auch extra für das Gericht eine Portion Reis kochen, aber warum kompliziert, wenn’s auch einfach geht?

Schnippeln

Messer wetzen und auf in den Kampf, wir schneiden jetzt Gemüse klein. Reinschmeissen könnt ihr eigentlich alles, worauf ihr Lust habt. Hell, meinetwegen könnt ihr auch eine tiefgefrorene Chinagemüsemischung nehmen, who am I to judge? Meine Favoriten: Zwiebel und/oder Frühlingszwiebel, Knoblauch, Weißkohl, Erbsen. Wenn es richtig nahrhaft werden soll: Pro Esser ein Ei nehmen und in einer Tasse verschlagen. Alles schön mis en place neben den Herd und los geht’s.

Braten

Ich habe neben dem Herd ein neutrales Bratöl stehen, dazu kommt dann für fried rice noch ein Schuss Sesam- und/oder Erdnussöl mit in die Pfanne. Erst Zwiebeln und Knoblauch anbraten, dann Weißkohl und Kimchi dazu, etwas anbraten lassen. Falls ihr das mit dem Ei macht, kommt das auch jetzt dazu, ganz leicht stocken lassen und dann den Reis aus der Packung dazuschütten. Der braucht ein halbes Glas Wasser dazu, dann eine Handvoll gefrorene Erbsen. Für eine Sekunde kommt der Deckel drauf, Wasser aufsaugen lassen. Dann wird wieder gerührt und dazu gewürzt: Mit lockerer Hand einen oder zwei gute Schlucke Sojasauce in die Pfanne geben, aber bloss nicht überwürzen – sonst ist der Reis salzig wie nix Gutes.

Jetzt kommt der Geheimtrick: Austersauce! Austernsauce katapultiert das Gericht in ganz andere Sphären, schon allein dafür lohnt sich die Anschaffung einer Flasche. Ich weiß, das Zeug stinkt, aber es lohnt sich wirklich. Davon etwas weniger als von der Sojasauce in die Pfanne, rühren und alles gut vermischen, fertig. Ich könnte mich davon dauernd ernähren, und ehrlich gesagt mache ich das auch… Mein Gast Sabine jedenfalls war begeistert – und somewhat gesund ist das ganze auch. Also, an die Pfanne, fertig, los!

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Juli 1, 2014
Sabzi Polo ba Mahi – Kräuterreis mit Fisch
Ah, eins meiner ab-so-lut-en persischen Lieblingsgerichte! So simpel und doch so wahnsinnig gut. Doch ich habe ein schmutziges Geheimnis, dass ihr niemandem verraten dürft, besonders nicht meiner Mama: Ich konnte, bis ich es vor kurzem von Reishunger lernte, keinen Reis kochen. Zumindest nicht ohne Reiskocher. Ich weiß, für einen persischstämmigen Foodie eine Schande sondersgleichen, aber irgendwie fehlte mir dafür irgendwas. Wie gut, dass es hier in UK den ollen Fertigreis in ganz gut gibt, ohne Zusätze und jeglichen Quatsch. Ich besorge mir immer den braunen Reis oder den Basmati und dämpfe ihn mit ein wenig Wasser und ganz, ganz viel kleingehackten Kräutern: Petersilie, evtl. Koriander, Frühlingszwiebel und ganz, ganz viel Dill – fertig ist der persische Kräuterreis für Faule. Besser jedoch ist natürlich, wenn ihr so richtig euren eigenen Reis kocht, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Idealerweise zum Beispiel diesen persischen (kann mir den bitte jemand schenken??!!).
Den Fisch dazu mache ich entweder simpel in der Pfanne oder noch unkomplizierter en papillote: Zwei Lachsfilets mit Olivenöl einreiben und einpacken in ein Backpapier-Bonbon mit ganz viel Dill, gecrushten Knoblauchzehen und Zitronen/Limetten/Orangenscheiben – je nach Geschmack. Ab in einen vorgeheizten Ofen (150 – 200 °C) und etwa zehn Minuten bis Viertelstunde backen. Fertig! Servieren mit dem Reis, etwas Butter für den Reis und Zitronen- oder Limettenhälften zum drüber auspressen, ich hatte das Glück, eine Bergamotte im Feinkostgeschäft gefunden zu haben, die ich dann genommen habe. Das war himmlisch! Ganz original wäre ein besondere Sorte Bitterorange, deren Aroma der Wahnsinn ist. Dann könntet ihr trotz cheat-Reis das Gericht auch einem Perser zu Noruz servieren – Kräuterreis mit Fisch isst man nämlich zu Neujahr im Iran am 20. März. Manche Familien – wie meine – am Abend davor, manche zu Mittag im neuen Jahr, manche traditionell am Abend. Aber ohne Fisch geht Neujahr nicht!

Sabzi Polo ba Mahi – Kräuterreis mit Fisch

Ah, eins meiner ab-so-lut-en persischen Lieblingsgerichte! So simpel und doch so wahnsinnig gut. Doch ich habe ein schmutziges Geheimnis, dass ihr niemandem verraten dürft, besonders nicht meiner Mama: Ich konnte, bis ich es vor kurzem von Reishunger lernte, keinen Reis kochen. Zumindest nicht ohne Reiskocher. Ich weiß, für einen persischstämmigen Foodie eine Schande sondersgleichen, aber irgendwie fehlte mir dafür irgendwas. Wie gut, dass es hier in UK den ollen Fertigreis in ganz gut gibt, ohne Zusätze und jeglichen Quatsch. Ich besorge mir immer den braunen Reis oder den Basmati und dämpfe ihn mit ein wenig Wasser und ganz, ganz viel kleingehackten Kräutern: Petersilie, evtl. Koriander, Frühlingszwiebel und ganz, ganz viel Dill – fertig ist der persische Kräuterreis für Faule. Besser jedoch ist natürlich, wenn ihr so richtig euren eigenen Reis kocht, aber das ist eine ganz andere Geschichte. Idealerweise zum Beispiel diesen persischen (kann mir den bitte jemand schenken??!!).

Den Fisch dazu mache ich entweder simpel in der Pfanne oder noch unkomplizierter en papillote: Zwei Lachsfilets mit Olivenöl einreiben und einpacken in ein Backpapier-Bonbon mit ganz viel Dill, gecrushten Knoblauchzehen und Zitronen/Limetten/Orangenscheiben – je nach Geschmack. Ab in einen vorgeheizten Ofen (150 – 200 °C) und etwa zehn Minuten bis Viertelstunde backen. Fertig! Servieren mit dem Reis, etwas Butter für den Reis und Zitronen- oder Limettenhälften zum drüber auspressen, ich hatte das Glück, eine Bergamotte im Feinkostgeschäft gefunden zu haben, die ich dann genommen habe. Das war himmlisch! Ganz original wäre ein besondere Sorte Bitterorange, deren Aroma der Wahnsinn ist. Dann könntet ihr trotz cheat-Reis das Gericht auch einem Perser zu Noruz servieren – Kräuterreis mit Fisch isst man nämlich zu Neujahr im Iran am 20. März. Manche Familien – wie meine – am Abend davor, manche zu Mittag im neuen Jahr, manche traditionell am Abend. Aber ohne Fisch geht Neujahr nicht!

1:00pm  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1KFBOxR
  
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Juni 23, 2014

Hunger, Hunger, Reishunger!

Ich habe ein Paket bekommen! Ein Paket aus Bremen! Reishunger ist ein Start-up aus der nicht ganz so reichen Hansestadt, das sich nur mit Reis befasst. Schräg? Ja, aber irgendwie meine Art von schräg. Besonders, da es um Reis geht – ein Nahrungsmittel, zu dem ich eine besonders emotionale Hassliebe pflege. Schliesslich bin ich als iranischstämmiges Kind mit Reisreisreis aufgewachsen. Und dumm, wie ich war, habe ich jahrelang eben diese grandiosen Reis verschmäht – jetzt muss ich alles aufholen!

Da kommt Reishunger ins Spiel: Die Bremer haben sich auf sortenreinen Reis spezialisiert, zwar gibt es noch nicht alle Sorten in Bio-Qualität, aber darauf wird wohl hingearbeitet. Und noch schöner: Das junge Unternehmen arbeitet mit der NGO Care zusammen und unterstützt ein Reisanbau-Projekt (was sonst?) in Laos. Hilfe zur Selbsthilfe und so. Klingt auf jeden Fall nach gutem Karma!

Gegründet wurde Reishunger von Torben und Sohrab (natürlich, ein Perser! Wie sollte es auch anders sein!), der Legende nach weil es in der Mensa mal wieder »(Papp-)Reis mit Scheiss« gab. Verständlich. Angeboten werden verschiedene Reissorten in allen möglichen Grössen, aber auch fertige Boxsets, Zubehör, Gewürze, etc. Ein One-Stop-Shop, wo man nach gewünschtem Reisgericht (Currys? Polo und Tahdig? Satay? Sushi? Risotto?) aussuchen kann. Dazu gibt’s semifertige Risottos und Suppen (ich habe eine Minestrone und ein Risotto zum Probieren bekommen, ich berichte!), Bio-Couscous, -Quinoa, -Bulgur und -Hirse, sowie alles mögliche an Zubehör. Wirklich alles – was fast schon verwirrend und erschlagend wirken kann auf der Webseite. Aber sich durchzuschlagen lohnt sich, denn gerade die Boxen sind sehr nett zusammengestellt – gerade als Geschenk für Leute, die immer sagen »Aber woher kriege ich denn immer diese abgefahrenen Lebensmittel?« Hier. Und jetzt bitte nie wieder Reis mit Scheiss, okay? 

PS: Ich wurde von Reishunger nicht bezahlt, noch habe ich eine ewige Reisflatrate bekommen (wäre aber ganz nice, oder?), sondern finde einfach nur das Start-up sympathisch. Liegt wohl am unstillbaren persischen »Reishunger« in meinen Genen oder so.

5:14pm  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1JWQjYg
  
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Juni 17, 2014

Futtern durch London: Mit Fox & Squirrel auf Tour!

Heute gibt es nichts selbstgekochtes, heute habe ich einen Futtertipp: Vor einiger Zeit habe ich euch schon auf Mit Vergnügen von meiner Foodtour mit Eating London erzählt, wo ich mich mit einer Gruppe durch das East End gegessen habe. Doch das war nur der Anfang: Mittlerweile habe ich noch einiges mehr von London entdeckt – und einen grossen Anteil daran hatten ein Fuchs und ein Eichhörnchen…

Sie spricht jetzt schon wirres Zeug mögt ihr vielleicht denken, aber keine Angst, es macht alles Sinn: Fox & Squirrel ist ein kleines, feines Start-up aus dem schönen Camden, das nicht nur Spaziergänge zum Thema Essen anbietet, sondern auch zu Kunst, Architektur, Mode, Photographie… Im Grunde jedes Thema, was man sich vorstellen kann. Hier läuft man in kleinerer Runde herum, weniger als Tourist, mehr als Entdecker und Abenteurer. Die Gruppen sind klein, oft sind es Locals, die teilnehmen, und man bekommt Einblicke in Viertel, die man vorher nicht wirklich kannte – oder auch einfach nicht in dieser Form kannte. Ich hatte die Möglichkeit bei mehr als einer Tour teilzunehmen: Ich habe mich durch Brixton und durch Camden geschlemmt, bis ich nichts mehr in mich hineinstopfen konnte, und habe viel über Kunst im öffentlichen Raum in Nordlondon gelernt.

Mehr als nur Futtern

Penelope, die Gründerin von Fox&Squirrel sagt, dass bei ihr der Fokus darauf liegt, alternative Aspekte eines Viertels aufzuzeigen und die Geschichten hinter den Läden. So durfte ich in Brixton einen kolumbianischen Laden besuchen, der Metzgerei, Reisebüro und Restaurant zugleich ist, oder einen jamaikanischen Imbiss, der von einem Koch geleitet wird, der früher im Watergate-Hotel Präsidenten bekochte. Dabei wurden auch komplexe Themen wie Gentrifikation nicht ausgepart, sondern im Gegenteil auch beleuchtet und diskutiert. In Camden dagegen ging es um die Migrationsgeschichten: Wir besuchten einen Zeitungskiosk, dessen Hinterraum sich als portugiesisches Feinkostgeschäft entpuppte, oder eine Kaffeerösterei, die von einem hutzeligen Zyprioten geleitet wird, der noch mit Maschinen röstet, die über hundert Jahre alt sind – ein krasser Gegensatz zu den polierten Ketten wie Starbucks und Co., die man sonst überall findet.

Rumgeführt wird man bei den Touren von Profis: Architekten machen die Architekturtour, eine Künstlerin die Kunsttouren, und so weiter. Laut Penelope ist Netzwerken auch eine grosser Fokus von ihr: Idealerweise sollen sich interessante Menschen kennenlernen im Rahmen ihrer Touren, die Köche setzen sich dazu und erzählen aus ihrem Leben, Künstler nehmen sich Zeit und führen durch ihre Ateliers – spannend! Wer besondere Wünsche hat, für den wird auch ein eigenes Programm organisiert.

Wer erst einmal einen kleinen Vorgeschmack auf die Touren haben will, kann sich auf dem Blog oder Instagram vom Fuchs und Eichhörnchen umsehen, wo Penelope und ihre Mitstreiter ihre Abenteuer festhalten. Ich jedenfalls habe durch die Tour einen ganz anderen Blick auf die Stadt bekommen – und meine Lieblingsrestaurants gefunden. 

11:54am  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1IxjJU5
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Juni 11, 2014

Erbsenzählen & Salat

Ich habe den leichten Verdacht, dass Erbsen hier um einiges beliebter sind als bei uns. Schliesslich geht Fish&Chips nicht ohne Mushy Peas und auch sonst gibt es überall Erbsen. Britannia, die Insel der Erbsenzähler? Das ist doch eigentlich eine deutsche Spezialität?

So oder so, Erbsen sind eigentlich ganz schön toll. Ich muss zugeben, die letzten Jahre habe ich sie irgendwie vernachlässigt und war nicht gerade heiss darauf, Erbsen zu essen. Vielleicht war ich geschädigt durch Erbsen aus der Dose, die irgendwie nur nach eines schmecken: Alt. Aber die riesigen Tüten gefrorene Erbsen im Supermarkt haben mich doch verlockt, und damn, ich kriege nicht genug. Jedenfalls nicht, wenn sie so lecker frisch und knackig rüberkommen wie in diesem Salat, wo ich sie nur ein paar Augenblicke koche, bis sie gerade nicht mehr gefroren sind und noch knackig oder auch, wie der Hobbykoch so sagt, al dente.

Der Salat ist derzeit mein absoluter Favorit und ist inspiriert von dem großartigen Karottensalat, den ich just vorstellte. Passt herrlich zum Frühling und Sommer und Essen auf der Terrasse. Oder Balkon. Oder auch nur in der Küche, mit dem Laptop vor mir, der irgendeine alte Tatort-Folge rausplärrt. Ich geb’s ja zu!

Tiefgefrorene Erbsen ganz kurz aufkochen, bis sie gerade durch sind, aber noch knackig. Mit eiskaltem Wasser abschrecken – sie sollen ja so hübsch knallgrün und knackig bleiben. Je eine Handvoll (und evtl. ein bisschen mehr) Petersilie und Minze hacken. Eine viertel bis halbe rote Zwiebel auch und Feta nach Geschmack. Abgekühlte Erbsen und alles gehackte Gekröse in eine Schüssel schmeissen und vermischen.

Jetzt geht’s an das Dressing: In einem Töpfchen/Pfännchen Harissa, Za’tar und ein bis zwei gepresste Knoblauchzehen mit Olivenöl erhitzen, bis alles gut duftet, sofort mit dem Saft einer halben Zitrone ablöschen und zum Salat geben. Alles miteinander vermischen, kurz durchziehen lassen, aufessen.

Der Salat mach sich alleine gut als leichtes Abendbrot (ALLES FÜR MICH ALLEIN! ICH TEILE NICHT!), aber auch als Beilage zu allem möglichen. Besonders englisch hier oben, zu chips und Würstchen. Ich habe mich so englisch gefühlt, ich hätte am liebsten direkt eine Sun gekauft und mich im Pub besoffen. Oder auch nicht.

(Die Würstchen da oben sind vegetarisch und ich muss sogar als Omnivore und passionierter Rindswoschtesser sagen: Die sind der Wahnsinn. Trotz ihres eher suboptimalen Aussehens. Können die mich bitte mal sponsern? Und nach Deutschland exportieren? BITTE?)

10:00am  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1IOckfl
  
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Mai 29, 2014

Orange sehen, oder: Karottensalat à la pseudo-marocaine

Werde ich erwachsen, wenn ich einen Abend unter Freunden mit Dinner und guten Gesprächen einer Clubnacht vorziehe? Oder einfach nur spießig? Oder beides? Oder liegt es an den Clubs, nach Kippenberger »Sind die Discos so doof wie ich glaube, oder bin ich der Doofe«? Wahrscheinlich ist das so eine Henne-Ei-Problematik, irgendwie. Oder es hängt alles mit allem zusammen und vor allem mit der Finanzkrise, weil irgendwie alles mit der Finanzkrise zusammenhängt.

Anyway, Karottensalat. Als wir mitten im grössten Hausarbeitsstress waren, lud er zu einem netten Abend mit hausgemachter Tagine ein. Ich wollte keinen Wein mitbringen, den ich selbst eh nicht trinke, also besann ich mich eher auf einen passenden Salat. Irgendwo in meinem Kopf spukte die Idee von einem nordafrikanisch inspiriertem Karottensalat herum. Kurze Google-Suche später landete ich bei Smitten Kitchen, sowieso immer eine gute Adresse, wenn man was tolles kochen will. Oder auch nur prokrastinieren will. Oder lachen. Ist wohl nicht ohne Grund einer der wahrscheinlich bekanntesten Foodblogs überhaupt. Jedenfalls, dieses Rezept, es war genau das was ich suchte. Fast. Es diente nur als Grundlage, weil ich änderte es hier und da noch ein bisschen. Und das solltet ihr auch tun. Es lohnt sich.

Ein Königreich für eine Küchenmaschine

Das nervige kommt zu allererst: Möhrchen reiben. Und weil ich kein Küchengerät besitze, dass sowas automatisch erledigt, mache ich das von Hand. Mit einer Küchenreibe, wie sie wohl jeder von Ikea hat. Dass jedes mal ein Stücken Finger dran glauben muss – geschenkt. Das kommt davon, wenn man ein Kilo (oder sogar mehr) Möhrchen verarbeiten muss. Aber ich liebe diesen Salat mittlerweile so sehr, ich nehme das in Kauf (apropos Kauf, vielleicht sollte ich auch einfach mal den Kauf eines Küchengeräts in Betracht ziehen?). Schälen braucht ihr die Möhren nicht, nur waschen, oben und unten ein Stückchen abschneiden und los geht’s. Wenn ihr genug gerieben habt, kommt das hacken dran: Jeweils einen großen Haufen Minze und Petersilie (ich finde: man kann nicht genug davon reinmachen) und ein paar Stängel Frühlingszwiebel kleinhacken. Zu den Möhrchen geben. Dann eine, oder auch zwei, Handvoll getrocknete Aprikosen in Würfelchen schneiden, ebenfalls dazu. Falls ihr mögt, auch kleingeschnittene Walnuss. Zuletzt bröselt ihr Feta, am liebsten von der Ziege, dazu. Alles vermischen!

Riechen ist auch irgendwie kochen

Das besondere an diesem Salat ist das warme Dressing. Das für mich zu entdecken war wirklich eine Bereicherung. Lebensqualität gesteigert und so. Revelation! So. Genug geschwärmt, zu den harten Fakten jetzt: Ihr braucht ein bis zwei Knoblauchzehen, geschält, Harissa, ein bisschen Paprikapulver, am besten ausnahmsweise mal nicht geräuchertes Pimentón, auch wenn das sonst immer, immer habe ich gesagt!, vorzuziehen ist, ein paar Kümmelsamen, evtl. ein wenig Cuminpulver (hatte ich nicht), ein wenig Zucker und etwa ein Teelöffel Harissa, eine maghrebinische Chilipaste. Lasst euch das nicht für teuer andrehen, müsste es in jedem türkischen/arabischen Laden für ziemlich wenig Geld geben. Aber aufgepasst, das Zeug ist wirklich scharf – aber dafür auch wirklich lecker. Das alles kommt in ein kleines Töpfchen, die Knoblauchzehe natürlich nicht ganz, sondern durchgepresst*. Dazu Olivenöl, alles verrühren und langsam erhitzen, bis alles gut duftet. Sofort vom Feuer nehmen und den Saft von einer halben bis ganzen Zitrone reinrühren. Wenn ihr smart wart, habt ihr die Zitrone vorher ausgepresst. Alles auf den Salat kippen und sehr gut verrühren. Ziehen lassen, mit zu einer Party nehmen und der Star sein. Bitte, gern geschehen!

*Ich habe jahrelang keine Knoblauchpresse besessen, weil ich immer der Überzeugung war, dass Knoblauch geschnitten gehört und Pressen doof sind. Davon bin ich etwas abgekommen – für solche Rezepte ist selbst allerkleinst geschnittener Knoblauch nicht fein genug, die eher matschige Konsistenz und der etwas andere Geschmack, den durchgepresste Knoblauchzehen haben, ist hier erwünscht.

**Dieses Rezept ist so fantastisch, ich habe es in einer Woche dreimal gemacht. Wirklich, es gehört jetzt offiziell zu meinen Lieblingsgerichten und ich esse es dauernd. DAUERND.

10:00am  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1HCkGP4
  
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Mai 19, 2014
Nur ein kurzer Zwischenruf: Pizza ist auch ohne Tomatensauce, aber mit Knoblauch-Kräuterbutter-Belag, Frühlingszwiebeln, Feta und Trauben gut. Probiert es aus, es ist super!
PS: Der Pizzaboden war ein Knoblauchbrot aus dem Supermarkt, ich geb’s ja zu. Ain’t nobody got time for Teigmaking, echt jetzt. Zumindest nicht unter der Woche :)

Nur ein kurzer Zwischenruf: Pizza ist auch ohne Tomatensauce, aber mit Knoblauch-Kräuterbutter-Belag, Frühlingszwiebeln, Feta und Trauben gut. Probiert es aus, es ist super!

PS: Der Pizzaboden war ein Knoblauchbrot aus dem Supermarkt, ich geb’s ja zu. Ain’t nobody got time for Teigmaking, echt jetzt. Zumindest nicht unter der Woche :)

1:00pm  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1GIBPFw
  
Abgelegt unter: pizza vegetarisch 
Mai 12, 2014
Sonntagsessen (110)

ZeitMagazin Header Heiter bis Glücklich

Was für eine Ehre – ich bin als »Sonntagsessen« im Blog »Heiter bis Glücklich« des fantastischen Zeit Magazins vertreten! Danke, liebes Zeit Magazin! <3

9:05am  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1FeneZs
  
Abgelegt unter: lesestoff 
Mai 11, 2014

Hallöchen Hühnchen!

Ja, eigentlich sieht das Bild eher nach Herbst aus, als nach Frühlingsgefühlen, ich weiß. Aber, wenn ich schon nach langer Abwesenheit (sorry… das Mastern fordert mal wieder seinen Tribut!) mal wieder ein Rezept auspacke, muss es auch was ordentliches sein, oder? Ein gutes Brathähnchen, das passt ja auch immer, sommers wie winters. An einem Sonntagmittag, wie man es hier macht. Mit Freunden und Familie. Oder beidem. Und grossem Salat dazu. 

Ich hatte ja ehrlich gesagt grossen Respekt vor meinem ersten Hähnchen Brathähnchen – so ein ganzes Tier zubereiten? Das ist ja doch ein bisschen gross. Fast so gross wie ich! Aber es ist gar nicht so schwer. Im Gegenteil, sogar verdammt simpel. Ich habe mich von diesem Rezept von Jamie Oliver inspirieren lassen, der den besten Tipp überhaupt verrät: Das Hähnchen mit gepieksten ganzen Zitronen füllen! So wird die Brust a) nicht zu trocken und b) schmeckt lecker leicht zitronig. Ein Traum! Aber der Reihe nach:

Runde 1: Gemüse

Fangen wir mit dem Gemüse an: Rote Zwiebeln, kleine leckere Kartoffeln (ich hatte rotschalige), Selleriestangen, feste Äpfel, ganz viele ungeschälte Knoblauchzehen und Möhrchen in appetitliche Stücke schneiden und mit Olivenöl, Salz und Pfeffer (und Rosmarin, Thymian und Salbei) anmachen. In eine Auflaufform geben – die groß genug ist, nachher das Huhn draufzusetzen. Ofen vorheizen auf etwa 200 – 240 °C.

Runde 2: Das Tier

Ein schickes Bio- oder Freilandhuhn kaufen, die Innereien waren bei mir nicht dabei. Wenn sie dabei sind, rausnehmen und für die Sauce verwenden, oder kleinschneiden und zum Gemüse geben. Oder beides. Meines hat über anderthalb Kilo gewogen. Schweres Ding. Innen wie aussen abwaschen, gründlich, und abtrocknen, gründlich. Innen wie aussen das Tier mit Olivenöl und Salz und Pfeffer und Rosmarin (und Thymian und Salbei) einreiben, Ein oder zwei Zitronen rundherum mit einem spitzen Messer anpieksen (kommt drauf an, wie viel Platz im Vogel drin ist) und in den Vogel stopfen, wenn ihr noch Rosmarin- und/oder Thymian- und/oder Salbeistängel habt, können die auch mit rein. Jetzt den Vogel auf den Gemüseberg setzen und in den Ofen stopfen, den ihr jetzt auf 200 °C runterstellt.

Runde 3: Butter bei die Fisc… Hähnchen

Nach etwa einer halben Stunde fängt ihr damit an, ein kinderfaustgroßes Stück Butter zu schmelzen, das mit Sojasauce und etwas Orangensaft vermischen. Den Vogel nach 40 – 45 Minuten im Ofen rausholen, mit der Buttermischung begießen und wieder in den Ofen werfen. Noch weitere 40 Minuten backen, dann müsste das gute Stücke fertig sein.

Es war tatsächlich vielleicht das leckerste Brathähnchen, was ich jemals gegessen habe, das muss ich leider ohne Bescheidenheit sagen. Das Fleisch war absolut zart, kein bisschen trocken (die Zitronen!), die Haut war herrlich lecker kross und besonders lecker durch die Sojasaucen-Orangen-Buttermischung. Auch das Gemüse war ein Traum, ein ziemlich zerkochter zwar, aber trotzdem, ein Traum! Mein Besuch war auch absolut begeistert, wir konnten nicht aufhören zu essen – und ich hatte trotzdem noch genug Reste, um zwei Tage satt zu bleiben. Besser geht’s nicht, oder?

6:00pm  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy1FaHeiE
  
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Februar 10, 2014

Ceviche, kapiche?

Ich liebe ja Fisch, deswegen macht es auch nur Sinn, dass ich derzeit auf einer Insel lebe. Und weil ich ja ein sehr fauler Mensch bin, mag ich schnelle und einfache Gerichte. Der südamerikanische Fischsalat Ceviche ist da genau das richtige für mich – und meine Lieblingsvariante für Wintermonate macht nicht nur süchtig, sondern ist knallvoll mit lauter guten Sachen und schmeckt nach Sommer.

Aber meine Liebe zu Ceviche hätte wohl nie so absurde Ausmasse angenommen, wenn ich nicht in Berlin vom Lieblingsfischladen Glut+Späne in der Markthalle IX in Kreuzberg inspiriert worden wäre. Die tollen Leute dort bieten jeden Donnerstag und derzeit sogar auf der Berlinale die beste Ceviche der Stadt, inspiriert von der südamerikanischen Tante eines guten Freundes.

Aber, wenn es mal nicht Berlinale ist und nicht Donnerstag und ihr auf dem trockenen sitzt, könnt ihr ja mal meine Lieblingsceviche ausprobieren.

Dazu braucht ihr ganz, ganz frisches rohes Lachsfilet und gekochte (oder auch ganz, ganz frische rohe) Garnelen, Orangen, Limetten, einen halben Bund Koriander, Frühlingszwiebel, ein paar feste Kirschtomaten und eventuell, wenn ihr Lust drauf habt, ein wenig Chili.

Erstmal das Gemüse vorbereiten: Frühlingszwiebel in hauchdünne Ringe schneiden, Tomätchen würfeln, Koriander kleinhäckseln, ein wenig von der Chili atomisieren. Halbe Orange entsaften und halbe (oder ganze) Limette. Wieviel Saft ihr braucht, hängt ganz von der Menge des Fisches ab – im Zweifelsfall erstmal mehr. Vielleicht etwas Zucker an die Citrusmischung, um den Geschmack auszubalancieren. Ideal wäre Agavensirup, weil der sich natürlich perfekt mischt, es geht aber auch Maplesirup oder Honig. Das Meeresgetier abspülen, trockentupfen und in kleine Würfel schneiden, mit dem Rest vermischen. Kaltstellen und durchziehen lassen.

Zitrussäfte und Fischeiweiss gehen nämlich jetzt eine magische Verbindung ein. In dessen Verlauf kommt es zu einer Denaturierung des Eiweisses – so ähnlich passiert das auch beim Kochen. Der Fisch ist also quasi »gekocht«, ohne jemals mit Hitze in Berührung gekommen zu sein. Deswegen aber frischer Fisch und deswegen unbedingt kaltstellen bis zum Verzehr, denn Salmonellen und andere eklige Sachen (Bakterien, Würmer) werden durch diese »Koch«methode nicht ausgerottet.

Traditionell wurde Ceviche etwa drei Stunden kaltgestellt, bis der Fisch ganz und gar »durchgekocht« war, hier lassen wir den Salat aber nur kurz ziehen, ganz und gar abhängig davon, ob ihr den Fisch eher in roher Konsistenz, ein bisschen wie Sashimi, wollt oder eher durchgekochter. Zwischen 3 Minuten und einer halben Stunde ist alles drin.

Die Marinade nimmt in der Zwischenzeit durch das Eiweiss eine weissliche Farbe an und heisst dann »leche de pantera« oder »Tigermilk« und soll magische Kräfte haben. Ich meine, es schmeckt einfach nur sehr, sehr gut.

Also, dann, ceviche, kapiche?

8:39pm  |   URL: http://tmblr.co/ZZEGUy170oehC
  
Abgelegt unter: seafood Salat Fusion