Februar 18, 2012

NEVERMIND BANANABREAD, HERE COMES CHESTNUTBREAD!

Mein französischer Mitbewohner ist ausgezogen, hat aber ein paar Nahrungsmittel im Kühlschrank vergessen - unter anderem französische «Crème de Marrons», ja genau die hier. Damit wollte ich ja schon immer mal was machen. Heute dachte ich mir, bevor das Zeug verschimmelt und ich es wegschmeißen muss, verbrauche ich es doch lieber. Aber wie?

Na, erstmal direkt vom Löffel naschen. Woah! senden meine Geschmacksknospen an mein Hirn und dann zurück durch den ganzen Körper. Zucker + Maronen macht ja auch nur Sinn (siehe «Marrons Glacé», besonders in Kombi mit diesem Käse hier, ein Tipp des besten Tapasladens Barcelonas, Quimet i Quimet. Die haben leider keine Seite, aber lasst es euch gesagt sein: Wer in Bcn ist, sollte dahin gehen. Ferran Adrià tut es auch), ich hätte einen ganzen Tag lang dieser leckere Crème (oder noch besser: KREM) auf Brot schmieren können und wäre glücklich gewesen. ABER das wäre ja zu einfach gewesen. Und zu viel des Süßen.

Also, was tun?

Das Internet haute mir mehrere völlig unterschiedliche Rezepte für das französische Weihnachtsdessert «bûche de noel» aus, ein paar Rezepte für «Mont Blanc», aber ich hatte Lust einen richtigen Kuchen zu backen. Schließlich habe ich back home in Bln, wo es ja in zehn (!!!) Tagen hingeht, keinen Backofen mehr. Und tief in meinem Inneren hatte ich schon im Kopf, was es werden sollte: Chestnutbread!

Ich schätze mal, jeder kennt Bananabread, diesen leckeren saftigen Bananenkuchen. Ich hab mir gedacht, hey, das geht bestimmt auch mit dieser leckeren Pampe. Und siehe da: JA! ES GEHT! Ich habe mir bei Chefkoch.de irgendein Rezept für Bananabread rausgesucht als ungefähre Richtungsanweisung (eins ohne Natron, was aber irrelevant war, weil ich Backpulver gefunden habe) und daraufhin improvisiert. Ich war zu faul, einkaufen zu gehen, aber mit ein bisschen Mut zur Variation hatte ich auch eigentlich alles wichtige für den Teig da: Mehl, Ei, Kastanienkrem statt Banane, Milch, Backpulver, ein bisschen Zucker (Kastanienkrem besteht schon selbst fast nur aus Zucker) und ein Fingerchen Salz. Eigentlich hätte ich noch neutrales Öl gebraucht, aber ich habe es einfach mit Butter ersetzt und davon reichlich. Ich denke mal, mit Sonnenblumenöl und Apfelmus als Ei-Ersatz kann man den Kuchen auch sehr leicht und sehr lecker vegan backen, übrigens.

Problem war nur: Eine Waage hatte ich nicht und einen Messbecher habe ich auch nicht gefunden. War aber auch egal, ging alles auch so aus dem Handgelenk raus. Jetzt folgen deswegen nur ungefähre Angaben:

plusminus 300 g. Mehl

plusminus 240 ml Milch

ein bisschen weniger als eine Dose «Crème de Marrons»

Ein bisschen Zucker (kann man auch knicken. Braucht der Kuchen nicht)

Ein Ei

Butter (keine Ahnung wieviel. Bestimmt so 80 bis 100 g waren es am Schluss. Viel zu viel. Aber hat jetzt nicht gestört. Und besser vorher schmelzen - habe ich beim ersten Stück, was ich in den Teig geschmissen habe, doch glatt vergessen)

Eine halbe Fingernagelspitze Salz

Wenn vorhanden: Vanillearoma oder noch besser Vanilleschote (kann man aber auch knicken, «Crème de Marrons» ist oft selbst schon aromatisiert. Ich hab nur auf der Suche nach anderen Dingen Vanilleextrakt gefunden)

Massen an Schokotropfen! MASSEN! 

Mandelkrokant! Lass es fließen!

Mehl, Maronenkrem, Ei, Butter, Salz und Zucker (UNNÖTIG!) mischen, Milch dazugeben, einen hübschen glatten Teig daraus rühren. Am besten jetzt schon das ganze andere feine Zeug (Vanille, Schokotropfen, Krokant) reingeben, bei mir kamen die aus verschiedenen Gründen erst hinein, als der Teig schon in seiner Form ruhte und das erleichtert die Arbeit weniger. Geht aber auch. Bei mittlerer Hitze backen, bis beim Reinstechen mit einem Holzstäbchen kein Teig mehr hängenbleibt. Fertig.

Ich wollte mich an die Backangabe von dem Bananabread-Rezept halten, aber habe verpeilt, dass ich ja eine ganz flache Backform habe und deswegen bestimmt KEINE Stunde backen muss. Deswegen ist der Kuchen oben verbrannt. Macht aber nichts. Gar nichts. Weil er trotzdem eine Offenbarung ist! JAWOLL!