Ich leide unter einem chronischen Defizit an Tupperware. Gleichzeitig aber an einer leichten Form des Messitums, wenn es um das Sammeln von Einmachgläsern geht. Fast jedes, und sei es noch so klein, wird ausgewaschen und wiederverwendet. Für Kräuter, für selbstgemachte Pasten, für Pesto und für hausgemachte Limo.
Oder eben für den leckeren Salat to go. Ich bin ja morgens immer zu faul, mir etwas vorzubereiten, aber den Salat, den hab sogar ich hingekriegt: Eine Frühlingszwiebel, eine Selleriestange und zwei Handvoll Babyspinat abwaschen und nach Bedarf schnippeln (natürlich nicht den Babyspinat). Walnüssestückchen dazu, zwei Sorten Sesam ebenfalls rein, zuschrauben.
Warum keine Tomaten oder andere fruchtig-saftige Leckereien? Es liegt hier am Wörtchen «saftig». Ich bin eine kleine Prinzessin und ich will nicht, dass irgendwas matschig wird. Das mag ich nicht. Nein. Und bei einem grünen Blattsalat könnte das in der Kombination mit Tomaten eben leider allzu leicht passieren.
Aus dem gleichen Grund kommt auch das Dressing bei mir nicht schon vorher rein. Ein ganz kleines Einmachglas hilft dafür, dass sich fest zugeschraubt auch bombig in der Tasche hält. Öl, Essig, Senf, Salz, Pfeffer rein, zuschrauben, schütteln, fertig. Sollte es bis mittags nicht mehr homogen sein, einfach wieder schütteln.
Wenn ihr dann Hunger habt, Salatglas aufschrauben, Dressingglas aufschreiben, Sauce reinkippen, Salatglas zuschrauben und schütteln! Anschließend mit einer mitgebrachten Picknickgabel glücklich Salat mampfen. Wem so ein grüner Salat nicht nahrhaft genug ist, der kann das gleiche Prinzip mit Couscoussalat umsetzen. Da würde ich sogar auch Tomatenwürfel gleich vermischt mit reingeben. Da kann man auch das Dressing – wenn man gut durchgezogenen Matschcouscous mag wie ich – auch schon mit dem Couscous mischen. Trotzdem würde ich frischen Salat dann drüber stapeln und erst beim Essen ein bisschen umrühren.
Funfact: An dem Tag, an dem ich mir diesen feinen Salat vorbereitet habe, bin ich doch gar nicht ins Büro gefahren. Fail.
Vitamin C goes High-Society: Orangensalat mit Pistazienöl und Chili
Eigentlich gehe ich aus Prinzip nicht im Discounter Lidl einkaufen. Das hat viele Gründe, zu viele, um sie jetzt bei diesem schnellen Post aufzuzählen, aber manchmal kann ich mich dem nicht erwehren. Meistens, wenn an Feiertagen alles im Rewe im Bahnhof ausverkauft ist. Oder auch, weil es bei Lidl zu Feiertagen ganz annehmbare Upscale-Lebensmittel zu kleinem Preis gibt. Deswegen war ich vor kurzem wieder da, weil ich Safran- und Trüffelbutter bunkern wollte. Kurz vor der Kasse stieß ich aber auf etwas noch besseres: Pistazienkernöl! Also Kids, rennt zum Lidl und besorgt euch ein Fläschchen davon, es lohnt sich.
Ihr könnt nämlich damit diesen feinen Vorspeisensalat zubereiten. Die Zutaten? Absolut simpel: Orangenfilets oder ganz faul auch einfach geschält und in Scheiben geschnitten (Filets machen mehr her. Das Weiße schmeckt einfach nach nichts, aber seien wir realistisch: Filetieren nervt). Großzügig beträufeln mit Pistazienöl und würzen mit reichlich Chiliflocken und/oder Chilifäden, Fleur de Sel und ein paar Rosmarinzweige zur Garnierung drübersprenkeln. Macht viel her und ist im Handumdrehen fertig! Falls ihr also noch keine Idee habt, wie ihr eure Familie zu Ostern am Tisch beeindrucken wollt, das ist eure Chance.
Rote Beete im Urlaub, oder: Blutrot, -rot, -rot sind alle meine Finger
Ich mag ja Risotto. Und ich koche auch ziemlich gutes Risotto. Mittlerweile kriege ich auch keine Verspannungen mehr im Arm vom dauernden Rühren. Man könnte also sagen, ich bin mittlerweile ein echter Risotto-Profi und brauche gar kein Rezept mehr für meine Risottokreationen.
Das schöne ist ja, dass man sobald man das Prinzip verstanden hat, aus so ziemlich allem ein leckeres, nahrhaftes Risotto kochen kann. Und es ist auch gar nicht mehr aufwendig, man braucht nur etwas Rundkornreis (Beichte: Ich nehme immer Milchreis), ein Glas trockenen Weißwein, dass man sich auch von seinen lieben, netten, tollen Nachbarn ausleihen kann (man kann auch Sekt nehmen, wenn welcher über ist) und Gemüsebrühe. Und eben was sonst so rumliegt. In diesem Fall frische rote Beete. Ich schätze an die Knackigkeit des Gemüses und die tiefrote, fast künstlich wirkende Farbe. Allerdings nervt natürlich das Schälen, so eine frische rote Beete ist ganz schön fest. Und färbt natürlich alles, was ihr so in die Queeeere kommt. Zum Beispiel garantiert die Finger.
Aber damit kann ich leben. Dann sehe ich eben so aus als hätte ich einen Nebenjob im Schlachthaus angenommen. Wäre ich doch mal bei dem Butterbrot geblieben, dass ich mir eigentlich schmieren wollte, bis mir die Beeten im Kühlschrank entgegenkullerten…
Zwei kleine Beeten schälen und in Streifen schneiden. Oder jede andere Form, die euch beliebt. Eine Schalotte (oder zwei) in kleine Würfel schneiden. Zwiebel geht allerdings auch! Ein bis zwei Knoblauchzehen ebenfalls mikroskopisch klein häckseln. Alles in Olivenöl & zerlassener Butter glasig anschwitzen. Dann ein kleines Trinkglas Reis hinzu, ebenfalls glasig schwitzen, mit einem Glas Wein ablöschen, verdunsten lassen. Beetestreifen reinschütten. Parallel einen Topf mit Gemüsebrühe zum Kochen gebracht? Gut! Schöpflöffelweise Brühe in den schweren Topf mit dem Reis schöpfen. Immer erst den Reis die Flüssigkeit aufsaugen lassen! Und dabei fleißig rühren, rühren, rühren.
Nach einer halben bis 3/4-Stunde müsste der Reis gar sein. Jetzt Hitze etwas runterschalten, würzen. Ich war etwas langweilig, es war nur etwas Meersalz, Pfeffer und Zimt dran, aber Muskat wäre auch noch sehr gut gekommen und vielleicht auch Nelke. Eine Handvoll Parmesan reiben, in den Topf geben, gut umrühren. Anrichten – wie man sieht, auf blauen Tellern sieht das ganze noch besser aus – und Feta drüberkrümeln. Fertig!
(Risottos habe ich auch schon mehrmals veganisiert, indem ich die Butter und den Parmesan einfach weggelassen habe, dafür dann etwas stärker gewürzt habe. Easy und macht keinen großen Unterschied.)
Das tolle selbstgebackene Brot nach der Brotbackmischung von Brotliebling habe ich direkt warm aus dem Ofen bei A. mit Ziegenkäse gegessen, am nächsten Morgen aber gab es das Super-Brot (mit Zimt, Cranberry, Feige, Sesam, Paranuss) mit Frischkäse und einer megaeinfachen veganen Schokocreme. Und fett- & glutenfrei & frei von verarbeitetem Zucker ist die Creme auch. Und dann auch noch irre lecker. Unglaublich.
Das Rezept ist so simpel, ich konnte es nicht glauben, als ich es auf diesem Blog gefunden habe. Einfach eine schwarzbraun-überreife Banane mit anderthalb Löffeln Kakaopulver mixen, fertig.
Die Konsistenz ist irgendwie fluffig, ziemlich angenehm. Aber Achtung, leider ist die Creme so wenig haltbar, wie sie lecker ist. Also aufessen oder wegschmeißen. Aber immerhin, sonst wäre die Banane über kurz oder lang wohl leider im Müll gelandet (spätestens wenn sie grünlich angelaufen wäre).
Das Rezept für eilige Nerds:
(Überreife Banane + Kakaopulver) x Mixer = vegane Schokocreme.
Erinnert ihr euch noch an «Abendbrot mit Aida – London Edition» aus dem Herbst? Damals habe ich mit meinem besten Freund bei einem Sternekoch Lunch gegessen und kann seitdem die eingelegten Radieschen von meiner Vorspeise nicht vergessen. Kombiniert waren sie mit feinem Sashimi, zweierlei Grapefruit und Algencoulis – das war so verdammt lecker.
Jetzt endlich habe ich mich an etwas ähnlichem versucht. Und ich bin verdammt glücklich, dass ich es gemacht habe! Hört sich schräg an, und einmachen, das klingt sowieso gleich nach Oma und Essig und Gestank. Aber wer mag keine sauren Gürkchen auf dem Käsebrot oder im Burger? Diese Radieschen sind MINDESTENS genauso cool. Und vor allem pink! Ganz von alleine!
Ich habe mir ein äußerst simples Rezept ausgesucht, weil ich keine Lust hatte, den Essig einmal aufzukochen. Hab mich ein wenig vor dem Geruch in der Küche gefürchtet, aber vielleicht probiere ich es das nächste Mal, einfach um zu testen, ob es einen Unterschied macht. Meine eingemachten Radieschenscheiben waren nämlich etwas labbrig, aber das liegt wohl einfach daran, dass es dünne Scheibchen waren. Ich würde gerne noch etwas kluges zum Thema Osmose oder so schreiben, aber ich habe nicht so gut in Physik und Chemie aufgepasst. Und es ist so lange her. Und ich bin zu faul zum Googeln.
Ein Bund Radieschen von Blättern befreien, wenn die frisch sind, anderweitig verwenden. Radieschen gut saubermachen, abtrocknen und in Scheiben schneiden – Viertel gehen aber auch. Scheiben lassen sich allerdings in Sandwiches besser stapeln. Optional, aber lecker: Eine Schalotte würfeln.
Einen weißen Essig aussuchen. Ich empfehle zum Beispiel weißen Balsamico mit Honig von Kühne – ich hatte mich im Regal vergriffen und der hat sehr gut gepasst. Davon brauchen wir ein halbes Cup, also etwa 120 ml, vermischt mit einem halben Cup Zucker (etwa 115 g, allerdings habe ich Puderzucker genutzt, weil der Balsamico selbst süß war, das waren dann nur etwa 60 g). Dazu noch einen oder anderthalb Teelöffel Meersalz und schütteln, damit sich die Mixtur gut vermischt und sich der Zucker auflöst.
Das Gemüsegekröse in ein Einmachglas geben, dazu noch Gewürze: Ein Lorbeerblatt, ein Teelöffel Senfkörner, ein paar Wacholderbeeren und vor allem auch einen Tee- oder Esslöffel rote Pfefferbeeren (und alles andere, worauf ihr Lust habt) mit ins Glas stapeln. Manche Rezepte verlangen auch nach frischen Kräutern, wie z.B. Dill. Könnt ihr je nach Lust und Laune halten. Dann die Einmachflüssigkeit drüber geben, Glas zu, ab in den Kühlschrank.
Nach ein paar Stunden, idealerweise über Nacht sind die Radieschens verzehrbereit. Das ist doch mal eine Aktivität auf einen gemütlichen Samstagnachmittag, oder? Und sonntagmorgens sind die pinken gute Laune-Scheiben direkt ready für ein schickes Brunch.
Vegan, glutenfrei und süß wie Zucker: Quinoa-Porridge mit Nüssen, Banane & Nashi
Das ist eine traurige Geschichte, wie ich morgens früh den Zwangsgedanken hatte, diese heiße Schüssel voller guter Dinge zu verspeisen, mich krank frühmorgens in die Küche stellte, kochte, einen Finger verbrannte…. und am Schluss feststellen musste, dass Porridge wirklich einfach nicht meins ist. Auch nicht mit Quinoa. Wie unglaublich schade!
Trotzdem will ich das Rezept niemandem vorenthalten, weil ich glaube, dass das hier vielen Leuten gut schmeckt – nur mir eben nicht ganz. Ich habe aber ein paar Ideen, wie ich die Speise abwandle für das nächste Frühstück, damit auch ich esse, was ich selber koche. Hah.
Quinoa muss man in der 2 1/2-fachen Menge Flüssigkeit kochen, aber ich würde gerade für dieses Gericht noch einiges mehr vorschlagen, eher mindestens die drei- oder vierfache Menge, ich musste nämlich später noch Flüssigkeit hinzufügen. Wir wollen ja hier so einen richtigen Brei haben!
Also habe ich in einem Topf etwa 2 1/2 Gläser Kokosmilch und ein Glas Wasser zum Kochen gebracht (das nächste Mal tausche ich die Mengen aus, weil Kokosmilch einfach selbst schon recht süß ist), mit einem Hauch Salz. Dann ein Glas Quinoa dazu – das Zeug explodiert geradezu, diese Menge reicht MINDESTENS für zwei Leute. Und ich frühstück viel! Wer mag, kann jetzt noch etwas Zimt hinzufügen.
Vorher müsst ihr das Getreide aber gründlich in einem engmaschigen Sieb auswaschen, bis das ablaufende Wasser ganz klar ist. Wie auch Reis, zB. Und vieles andere Getreide auch. Wir wollen nämlich keine Saponine.
Während es im Topf da blubbert und man gelegentlich umrührt, damit am Topfboden nichts anpappt (ist mir natürlich passiert) und im schlimmsten Fall dann anbrennt (Räucherporridge muss ja wirklich nicht sein), kann man den Rest vorbereiten: Ein paar Walnüsse und ein paar Mandeln grob kleinhacken (wir wollen relativ große Stückchen hier). In einer Pfanne ohne Fett leicht rösten – auch aufpassen, dass es nicht anbrennt! Die Nüsse brauchen wirklich nicht lang, zwei Minuten oder so, gelegentlich die Pfanne schütteln.
Dann Obst kleinschneiden, ich hatte eine 3/4 Nashibirne und zwei Mini-Bananen. Hat das Getreide mittlerweile fast alle Flüssigkeit aufgesogen und ist breiig? Ja? Perfekt! Ab an’s Anrichten: Porridge, Früchte, Ahornsirup, Porridge, Früchte, Ahornsirup, Nüsse.
Das nächste Mal werde ich das Quinoa wahrscheinlich in weit weniger Kokosmilch kochen oder es sogar erst später mit Kokosmilch abschmecken. Es ist eben schon ziemlich süß so. Vielleicht probiere ich hierfür aber auch mal Mandel- oder Hafermilch aus, wäre einen Versuch wert. Aber auf jeden Fall werde ich das nächste Mal in mehr Wasser als Milch oder Milchersatz kochen. Warum ich überhaupt dafür lieber Milchersatz nehme? Porridge soll ja magenschonend sein. Aber leider finde ich Milch in großen Mengen ganz und gar nicht mehr magenschonend… Man wird nicht jünger ;)
Als Gekröse darin bieten sich Bananen und Nashi super an, aber das nächste Mal schmeiss ich vielleicht noch ein paar Beeren und vielleicht Orangenschnitze dazu. Wer Honig mag (ich HASSE Honig!), kann auch mal mit verschiedenen Honigsorten statt Maplesyrup experimentieren. Oder hausgemachte Marmelade oder so reinrühren. Vielleicht macht sich auch etwas Matchapulver gut?
Eine andere Überlegung wäre es, das Getreide in einer Mischung aus Wasser und Saft zu kochen. Sollte ich das mal ausprobieren? Was meint ihr?
Kürbis, ach, Kürbis, Kürbis ist schon was so richtig feines. Und Süsskartoffeln auch. Und sie passen auch noch so gut zueinander!
Dieses Essen taugt eigentlich vor allem als Beilage, aber ganz ehrlich, es ist so lecker, das kann man auch locker als Hauptspeise nehmen. Mit einem hübschen Salat dazu passt das alles ganz vorzüglich, macht satt und glücklich. Und was braucht man anderes in diesen kalten Tagen? Ach ja, Freunde auch noch, aber die waren bei diesem Dinner auch dabei. Yey!
Wir haben zwei kleine Hokkaido-Kürbisse und ein, zwei, drei Süsskartoffeln gewürfelt, mit Meersalz, schwarzem Pfeffer und Olivenöl angemacht. Sehr gut kann ich mir allerdings auch Zitronen- oder Orangenzesten (von Biofrüchten, natürlich!) und Salbei vorstellen. Oder Thymian. Dann noch vom ganzen Knoblauch unten den Boden abschneiden und mit in die Grillpfanne packen und backen, bis das ganze Zeug gar ist (bis die Gabel locker durchgeht) und man den Knoblauch locker aus der Zehe drücken kann.
Fertig! Dazu am besten Guacamole (für Veganer) (Achtung! Sehr schlimmes Foto aus der Improkitchen-Anfangszeit!) oder Kräuterquark reichen (für Vegetarier und Omnivoren). Beim Essen kann man dann - im Idealfall - den weichgebackenen Knoblauch auf das Gemüse drücken und für den Abend sicher machen, dass man nicht mehr geküsst wird. Und das lohnt sich.
Ansonsten macht sich das Kürbis-Süsskartoffelgemüse auch gut zum Rinder- oder Seitansteak. Oder ihr bleibt beim pur. Man muss es ja nicht immer übertreiben.
Was lange währt, wird endlich…zweiteilig: Hallo GRANOLA!
Jetzt ist es aber wirklich schon MONATE her, dass ich mein Granola gemacht habe – meine Facebook-Fans werden sich vielleicht erinnern. Und damals, Ende Juli, habe ich das Rezept für die kommende Woche versprochen…
Nun ja. Das Leben ist bunt. Und schräg. Und verrückt. Und schlägt Haken. Deswegen kommt man auch manchmal aus seiner Umlaufbahn heraus. Aber stopp! Es geht hier nicht um Lebensweisheiten, sondern um das allertollste Granola ALLER ZEITEN.
Ich ernähre mich ja nicht unbedingt gesund. Das heißt, ich gebe mir Mühe und so, aber ich steh’ halt leider auf Zucker und Fett. Aber ein bisschen sündigen darf man ja immer, oder? Mein superduper knuspriges Knuspermüsli habe ich auch immer mit den Kakaodinkelflakedingers von Seitenbacher gemischt. Die sind sowas von gesund, das schmeckt man auch (das könnt ihr jetzt verstehen, wie ihr wollt). Okay, mit dem leckeren Schoko-Amaranth-Müsli von Aldi habe ich mein Müsli auch gestreckt. Das ist wahrscheinlich eine Zuckerbombe, aber wenigstens aus kontrolliert biologischem Anbau ;)
Mein Granola basierte größtenteils auf Quinoa, ist per se vegan & glutenfrei und voll mit lauter gesunden Dingen. Außerdem habe ich keinen Zucker drin, sondern Ahornsirup. Das ist doch wenigstens was! Aber los geht’s:
Meine Cerealien- & Nussmischung bestand aus mehr oder weniger drei bis vier Tassen Haferflocken und Quinoa und etwa anderthalb bis zwei Tassen getrockneten Apfelscheiben (komplett durchgetrocknete! Nach Bedarf kleinschnippeln), Bananenscheiben (auch kleinschnippeln), getrocknetes Kokosnussfleisch (nicht geraspelt!), Mandelscheiben, Haselnussstückchen. Alles unbehandelt und größtenteils bio (ich war vorher dick im Alnatura einkaufen). Nach Bedarf noch Zimtpulver drüber streuen. Mischen. Zur Seite stellen.
Jetzt eine Mischung aus einer halben Tassen neutralem Öl (ich habe glaub ich Bio-Rapsöl genommen), einer Tasse Ahornsirup (Grade A von Alnatura. War gleich die ganze Flasche) und etwas Wasser erwärmen und gut miteinander vermischen. Das Zeug soll nicht kochen, wir erwärmen es nur zum besseren Mischen! Über die Cerealien-Nuss-Mischung kippen und alles schon miteinander verkneten, auf einem Bachblech dünn verteilen.
(Dieser Teil ist echt nervig, weil natürlich ALLES an den Fingern klebt und nicht mehr abgeht. Aber es lohnt sich!) Ab in den Backofen und bei geringer Hitze (ihr habt den Ofen auf ungefähr 150 °C vorgeheizt) backen, bis die Mischung leicht golden anläuft. VORSICHT! Das kann zwischen 30 und 45 Minuten dauern. Vielleicht aber auch länger oder kürzer. Ihr wollt besser kein Risiko eingehen, also schaut öfter mal nach. Und rührt öfter auch mal durch. Alles muss gleichmäßig karamellisieren. Es riecht außerdem soooo gut!
Da ihr ja eh in der Küche jetzt abhängt, könnt ihr etwas Trockenobst schnippeln: Cranberrys, vielleicht Pflaume, sowas. Auch gefriergetrocknetes Beerenobst würde hier eine gute Figur machen, vielleicht probier ich das beim nächsten Mal aus.
Granola gebacken? Super! Raus aus dem Backofen. Abkühlen lassen. Leckere Karamellcerealienstückchen probieren. Mhhh. Mit den Trockenfrüchten mischen und zuletzt noch EINE GANZE PACKUNG BITTERSCHOKOLADENTROPFEN drüberkippen.
JIPPIEEEEEEEEE!
Macht sich gut mit Milch (Voll-, Soja-, Mandel-, Hafer-blablabla), mit Joghurt, frischen Früchten und einfach so zum Naschen. Total einfach, macht schick was her und total glücklich. Tolle Sache ♥
Die Bananen lagen seit Wochen im Kühlschrank - und waren mittlerweile rabenschwarz. Mist! Aber schrägerweise waren sie sonst noch ganz fit und als ich sie schälte, auch noch nicht glibberig oder innen schwarz. Da wundert man sich fast, warum konventionelle Lebensmittel überhaupt vertrieben werden, wenn ein paar Biobananen viel, viel länger halten, aber nun gut, das ist ein anderes Problem.
Bananen schälen und in kleinere Stücke teilen, zwei wären eigentlich genug (ich hatte vier), ab in den Mixer. Dann kam ein kleines Tetrapak Kokosmilch drüber (und weil ich vier Bananen hatte, ergänzte ich mit noch normaler Vollmilch, aber wenn überhaupt, würde ich eher Mandel- oder Sojamilch hierfür empfehlen. Es war aber Sonntag und ich invalide… Milch war okay, aber nicht die perfekte Lösung. Eigentlich soll dieser Smoothie vegan sein und nicht beschweren!) und zuletzt noch ein Teelöffel Matchapulver (nehmt lieber einen halben, ich habe ja die doppelte Menge zubereitet). Auf höchster Stufe mixen. Fertig.
Ich habe die Hälfte als Smoothie zum Frühstück getrunken (es wäre an und für sich ein komplettes veganes Frühstück…), die andere Hälfte in Eisförmchen gegeben und wollte endlich selber Eis machen. Dumm nur, dass meine Förmchen partout nicht in mein Eisfach passen. Aber ich habe die besten Nachbarn der Welt, in ihrem weit größeren Eisfach hat mein Eis nun Obdach gefunden! Der Smoothie war schon definitiv einer der besten, die ich je hatte. Cremig, süss UND gesund, besonders, wenn man ihn vegan zubereitet. Kein Zucker, nicht mal Ahorn- oder Agavensirup oder Stevia. Gar nichts! Natürlich lecker! Aber das Eis erst – woah. Perfekt und für so ein Fruchteis aus dem Eisförmchen auch immer noch relativ cremig (im Sinne von nicht nur Eiskristalle). Welches von beiden jetzt besser war, Smoothie oder Eis, kann ich gar nicht sagen. Ich bin in beide verliebt.
Ehrlich gesagt ist dieser Sommersalat aus der Not heraus entstanden – ich hatte einfach fast nichts mehr im Kühlschrank? Drin sind: Pasta (Biopenne), Süsskartoffelwürfel (schälen, würfeln & in Salzwasser kochen, geht schneller als erst kochen und dann würfeln), Chilitofu (Sezuan Tofu aus dem Asiashop, scharf anbraten ohne Fett – die sind nämlich schon in Chiliöl eingelegt) und Feldsalat. Dressing aus Sojasauce, Sesamöl und vielleicht einen Hauch Zitrus oder weißen Essig, zum Schluss noch weißer und schwarzer Sesam dazu - unerwartet lecker, gesund und auch noch am nächsten Tag ein perfekter Lunch im Büro :)
Das Getränk zum Essen in der Mitte war übrigens echtes Ginger Beer aus England mit Minze. Old Jamaican kriegt man auch im Asiashop, übrigens. Ich glaube, Dose/50 cent oder so in dem Dreh. Mhh.
Espinaca salteada, pimientos del padrón y gambas al ajillo
Als ich vor ein paar Wochen auf dem Wochenmarkt - kurz vorm Heimgehen - bei einem Stand eine Packung «Pimientos del Padrón», kleine, spanische Minipaprika, fand, war es um mich geschehen. Catalunya-Flashback! Meine Zeit in Spanien, respektive Katalonien war, nicht nur, vor allem auch in kulinarischer Hinsicht, einfach unvergesslich. Und diese kleinen Minigemüsebabies gehörten auf jeden Fall dazu. Mitgenommen und einige Tage später, am Wochenende, direkt nach dem sehr späten Aufstehen, gab es dann drei typisch spanische Tapas in meiner lichtdurchfluteten Küche. Fast wie in Barcelona ♡
Pimientos del Padrón
Minipaprika (unbedingst diese eine Sorte aus dem Ort «Padrón» in Galizien! Kann man auf dem Wochenmarkt finden oder bei der Metro oder so) in SEHR VIEL gutem Olivenöl anbraten, bis sie ein bisschen Blasen werfen und weich sind. Auf einen Teller oder ein Tontöpchen transferieren und sehr großzügig mit sehr grobem Meersalz salzen. SEHR großzügig, hab ich gesagt!
Espinaca salteada
Den «gesalzenen Spinat» gab es immer als Vorspeise in einem unserer Lieblingsrestaurants, «Romesco», versteckt in einer sehr dreckigen Seitengasse Ravals mit verdammt gutem Sepia a la plancha, frittierten Artischockenherzen und derlei wundervollen Dingen mehr. Das lustige an diesem Gericht war es im Romesco, dass das Salz, das es im Namen trägt, gar nicht im Vordergrund steht (zumindest nicht im Romesco!), sondern Knoblauch. SEHR VIEL KNOBLAUCH.
Wir reden hier von Spanien.
Zwei, drei Handvoll Spinat (frisch oder aufgetaut, abgetropft und ausgedrückt) mit Olivenöl und einer sehr kleinen zerkleinerten Zwiebel sowie ein bis zwei zerhackten Knoblauchzehen in Olivenöl anbraten. Großzügig mit Meersalz salzen. Auch grobes. Fertig.
Gambas al ajillo
Eine sehr typische Tapa. Eine Schmach, dass da die Portion immer so klein ist und man teilen muss. LIEBER EIN KILO NUR FÜR MICH! Das schöne an Krustentier mit Knoblauch («ajillo» auf spanisch) ist, dass hier die Schrimps vorgeschält sein dürfem. Essen ohne sich dafür anzustrengen, that’s how i like it! Tja, aber frische Gambas direkt vom Kutter gibt’s in Berlin weniger. Da müssen halt die vom Netto genügen.
Aufgetaute Gambas mit zwei bis drei in Scheiben oder ganz kleine Stücke geschnittenen Knoblauchzehen in sehr viel Olivenöl anbraten. Mit dem Olivenöl gleich auf ein Tellerchen oder auch Tontöpfchen transferieren. Nachdem die Gambas aufgegessen sind, TUNKEN!
Da hatte ich den Salat. Also den Coleslaw (ja, das war ein ganz schlechter, und nein, ich lösche ihn nicht). Da kam noch aus den übrigen PetersilienMASSEN und den perfekt-reifen Avocados aus dem RIESENEINKAUF vom Maybachufer ein grüner Couscous-Salat dazu und schon hatte ich mehr Essen, als ich drei Tage lang essen kann. Lösung?
FREUNDE EINLADEN! Mme. T. und C. kamen dann auch spontan zum Essen. Und mit einem großen Fladenbrot, einem dritten Salat und ein wenig gebratenem Sezuan-Tofu (gepresster Tofu mit Chili!) waren auch alle mehr als nur satt. In fact, es blieb immer noch genug Essen für die nächsten Tage*.
Grüner Kräutercouscous
Couscous machen: Instantcouscous mit Salz und Olivenöl in eine Schüssel. Gleiche Menge kochendes Wasser aufgießen. Abdecken und quellen lassen. Olivenöl oder Butter rein und nochmal auflockern. Petersilie und Rucola putzen und hacken, vermischen, Avocado würfeln, auch rein, Salz, Pfeffer und ein Dressing aus Olivenöl und Limette oder Zitrone dazu, ein bisschen abgeriebene Zitronenschale (wie immer: nur von der Biozitrone!) kann auch nicht schaden, durchziehen lassen. Vor dem Servieren haben wir dann doch noch ein wenig Kirschtomaten drüber geschnitten.
Aber da passt noch jedes andere Kraut und Gemüse rein. Das waren nur die Gegebenheiten bei mir. War lecker. Sehr.
Auch wenn ich lernen muss, habe ich manchmal - man glaubt es kaum - menschliche Bedürfnisse. Wie zum Beispiel ESSEN. Und da man sich ja auch nicht jeden Tag eine Pizza an den Schreibtisch bestellen kann und das bei diesem Wetter auch ziemlich beknackt ist (eine halbe Stunde raus und die Pizza abholen tut dem Kopf auch mal gut!), bleibe ich auch dabei und erlaube mir aufzustehen vom Schreibtisch und zu kochen. Auch wenn das scheinbar einige Mitmenschen schockiert. Lüftet mir immer gut den Kopf durch, so hacken und braten und kochen. Und ganz besonders sinnvoll wird das Kochen, wenn man etwas isst, was gut für’s Gehirn ist.
Nüsse zum Beispiel.
Nüsse sind gesund. Für den Körper. Und für den Kopf auch. Sie liefern Energie, sind randvoll mit der guten Art von Fetten (ungesättigte Fettsäuren!), Eiweiß, Vitamine und den ganzen anderen Tamtam und Trara. Sie gelten als absolutes Brainfood. Und vor allem: Sie sind verdammt lecker.
Sesam ist keine Nuss, aber trotzdem auch so richtig gesund: Ein Esslöffel Sesam soll mehr Calcium enthalten als ein Glas Milch. Und Eisen liefert das kleine Körnchen auch, und zwar nicht zu knapp. Alles wichtig für mein kleines Gehirn. Jippie!
Dazu kam, dass ich auch nicht viel anderes in meiner Küche gefunden habe. Von wegen gesund um der Gesundheit willen, bei mir siegt immer der Pragmatismus. Und wenn er sich später gut rechtfertigen lässt, why not? ;)
Im Buch «Besser Kochen» von Jamie Oliver gibt es ein Rezept für eine Art weißes Pesto, nur aus Pinienkernen, mit Tagliatelle als «perfektes Sommeressen». Pinienkerne hatte ich nicht übrig, aber Mandeln, Sesam und Walnüsse. Die habe ich ohne fett etwas angeröstet und in den Mixer gegeben mit dem Saft und Schale einer Bio-Zitrone (wenn nicht Bio, unbehandelt oder vom eigenen Balkon, dann auf keinen Fall die Schale verwenden!) und Olivenöl, Meersalz, schwarzem Pfeffer und etwas geräuchertem Paprika. Mixen. Fertig ist veganes weißes Nusspesto! Unfassbar lecker und gesund dazu. Strike!
Das gab es dann mit Pasta, einer 3/4 kleingewürfelten Avocado, etwas mehr Zitronenschale, gehackter Petersilie aus dem Tiefkühlfach und frischgeriebenen Parmesan. Mein kleines Gehirn hat danach Purzelbäume geschlagen!
Dieses mexikanische Rezept habe ich von einem deutschen Foodblog und damals vor nicht allzu langer Zeit in U.s und meiner WG in Barcelona nachgekocht für uns zwei beiden. Kochbananen gab es dort sogar beim Späti (unser Barrio, also Viertel, wurde von vielen Einwanderern aus Südamerika und den Philippinen bewohnt). Es ist großartiges Soulfood: Wärmend, füllend und einfach kuschlig. Die Tage, wo der Mai sich nicht gerade von seiner wärmsten Seite zeigte, auch hier definitiv ein Genuss. Ich hatte es schon ganz vergessen, aber heute morgen habe ich im Edeka Kochbananen entdeckt und musste an dieses Linsengericht, meine wundervollen Mitbewohner, den Späti auf der anderen Straßenseite und unsere Terrasse in Bcn denken. U. war damals völlig verliebt in das Essen und lobte meine Kochkünste. Höre ich natürlich gerne :) Vermissung!
Das Rezept habe ich ein wenig anders zubereitet als es da im Blog steht, weil man in Spanien fertig gekochte Linsen im Glas kaufen kann und deswegen der erste Schritt entfiel.
Olivenöl erhitzen und eine halbe gewürfelte Zwiebel und zwei oder drei zerhackte Knoblauchzehen anbraten. Zwei gewürfelte Tomaten, zwei Scheiben (oder mehr!) gewürfelte frische Ananas und eine Kochbanane in Scheiben dazu geben und gar braten. Dann kommen etwa 250g Linsen dazu und lauter Gewürze: Salz (reichlich, die Kochbanane braucht Geschmack!), Pfeffer, Nelken und Chili. Köcheln lassen, bis es nach einem hübsch genießbaren Matsch aussieht. Mit Joghurt servieren und fertig.
Kochbananen schmecken ein bisschen nach Kartoffeln und ich hatte ausgerechnet auch eine sehr stärkehaltige erwischt, eine normale Banane würde glaube ich eher zerfallen. Und das Gericht hätte eine fruchtigere Note. Ausprobierenswert!
PS: Das englische Wikipedia kann eine Menge spannender Sachen über Kochbananen erzählen. So sind sie zum Beispiel das zehntwichtigste Nahrungsmittel auf gesamten großen weiten Welt.
Die Limo gab es - mit Sprudel aufgefüllt - zu diesen hübschen und sehr, sehr leckeren veganen (!) Törtchen meiner lieben Freundin T. zum pre-sommerlichen Limo-statt-Kaffee-und-Törtchen am Samstagnachmittag. Bitte, bitte, rück das Rezept heraus! :)